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Meike Stoverock
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Meike Stoverock, zeitweise auch Meike Lobo, (* 19. August 1974 in Göttingen) ist eine deutsche Bloggerin, Krimi- und Sachbuchautorin.cite-ref-1[1]

Contents

‱ Privates
‱ Weblinks

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Leben und Werke

Stoverock studierte von 1994 bis 2001 an der UniversitÀt Hamburg Biologie mit den Schwerpunkten Zoologie, Evolutionsökologie und Naturschutz und schloss mit dem Diplom ab. 2002 bis 2005 schrieb sie eine Doktorarbeit im Bereich Parasitologie/Epidemiologie an der TierÀrztlichen Hochschule Hannover.

Als Bloggerin verfasste sie eine biologische Kolumne im Outdoor-Magazin Walden.

Female Choice (2021)

Mit Female Choice. Vom Anfang und Ende der mĂ€nnlichen Zivilisation veröffentlichte Stoverock im Februar 2021 ein erstes Sachbuchcite-ref-0-2-0[2], in der sie sich mit der Fortpflanzungsstrategie unter Menschen auseinandersetzt und fordert, mit der „mĂ€nnlichen“ Zivilisation, die ihrer Ansicht nach erst seit der Sesshaftwerdung existiere, zu brechen.cite-ref-dittrich-df-3-0[3] Diese habe nĂ€mlich damals die Institution der Ehe geschaffen, um der breiten Masse an MĂ€nnern den Zugang zu Sex zu sichern und so mĂ€nnliche Sexualkonkurrenz einzudĂ€mmen.cite-ref-dittrich-df-3-1[3] Dies habe jedoch der Natur widersprochen, weil dadurch das laut Stoverock zuvor vorherrschende Prinzip der „Female Choice“ unterdrĂŒckt worden sei,cite-ref-dittrich-df-3-2[3] wonach sich 80 Prozent der Frauen nur fĂŒr 20 Prozent der MĂ€nner entscheiden wĂŒrden.cite-ref-b-ker-zeit-4-0[4] Durch die Antibabypillecite-ref-pallinger-standard-5-0[5] und steigende Frauenemanzipation gewinne die „Female Choice“ in der westlichen Welt allerdings wieder an Bedeutung, sodass in Zukunft viele MĂ€nner keine Partnerin mehr finden wĂŒrden.cite-ref-dittrich-df-3-3[3] Als Beispiel erwĂ€hnt Stoverock Norwegen, wo sich der Anteil kinderloser MĂ€nner in den vorangegangenen 30 Jahren von zwölf auf 23 Prozent erhöht hat.cite-ref-b-ker-zeit-4-1[4] Auch sieht sie Verbindungen zum PhĂ€nomen der Incels.cite-ref-b-ker-zeit-4-2[4] Da „friedliches Zusammenleben und hohe Sexualkonkurrenz“ einander ausschließen wĂŒrden, lehnt sie jedoch eine RĂŒckkehr zur „Female Choice“ in Reinform abcite-ref-dittrich-df-3-4[3] und plĂ€diert dafĂŒr, unfreiwillig sexuell enthaltsam lebenden MĂ€nnern die sexuelle BetĂ€tigungcite-ref-rabhansl-dfk-6-0[6] mit von Krankenkassen mitfinanziertencite-ref-zessnik-taz-7-0[7] Prostituierten im Rahmen einer liberalisierten und entkriminalisierten Prostitution und Sexrobotern zu ermöglichen.cite-ref-pallinger-standard-5-1[5] Das Auffangen dieser MĂ€nner begrĂŒndet sie auch mit der Annahme, dass diese sonst „hĂ€ufig rechtskonservative Parteien“ wĂ€hlen wĂŒrden, „die an der patriarchalen Ordnung festhalten“.cite-ref-zessnik-taz-7-1[7] Ebenfalls sollte bereits Jungen beigebracht werden, dass es der Normalfall sei, wenn sie keine Partnerin finden.cite-ref-kunstmann-8-0[8]

Monika Dittrich urteilte im Deutschlandfunk, das Buch sei „aufwĂŒhlend [...]“, „radikal“ und provoziere. Stoverock argumentiere „klug“. Das Buch rege an, „völlig neu ĂŒber das VerhĂ€ltnis von MĂ€nnern und Frauen nachzudenken und auch: zu streiten.“cite-ref-dittrich-df-3-5[3]

Marlen Hobrack hĂ€lt das Buch in Der Freitag zwar fĂŒr „leichtfĂŒĂŸig und verstĂ€ndlich“, die biologischen ZusammenhĂ€nge seien jedoch „auch spekulativ“. Insbesondere aus feministischer Perspektive sei gegen die Thesen einzuwenden, dass beim Menschen beobachtete Verhaltensweisen nicht zwangslĂ€ufig auf biologische Ursachen zurĂŒckzufĂŒhren sein mĂŒssen, sondern auch kulturell bedingt sein können. Sie zieht außerdem Parallelen zum konservativen Psychologen Jordan Peterson, der eine „mĂ€nnliche Suprematie“ mit Ă€hnlichen biologischen ZusammenhĂ€ngen „wissenschaftlich“ zu untermauern versuche, allerdings unterscheide sich Stoverock insofern von Peterson, dass sie keine „mĂ€nnliche Suprematie“ anstrebe.cite-ref-9[9]

In der FAS kritisiert Helena Raspe die Behauptung, wonach das „‚female choice‘-Muster bis heute in unserer DNA gespeichert“ sein solle. Sie hĂ€lt diese Behauptung fĂŒr unbelegt; Stoverock nenne lediglich Indikatoren, aber keine Beweise. In einigen Bereichen des Buches argumentiere sie zudem „unwissenschaftlich und beschrĂ€nkt sich auf simplifizierende Polemik“. Sie kritisiert ferner, dass Stoverock das Incel-PhĂ€nomen einzig auf fehlende „sexuelle Erfahrungen“ zurĂŒckfĂŒhre und dabei den Wunsch nach „WertschĂ€tzung und IntimitĂ€t“ ĂŒbersehe.cite-ref-0-2-1[2]

Anselm Neft sieht in der Berliner Zeitung Stoverocks Versuch, das Patriarchat zu erklĂ€ren, als „gekonnt gescheitert“ an.cite-ref-10[10] In Anlehnung an den Historiker Wolfgang Behringer bewertet er die Hexenverfolgung nicht wie Stoverock als von der Obrigkeit systematisch geleitete Gewaltwelle gegen Frauen, sondern als Graswurzelbewegung, und sieht im Monotheismus von Christentum und Islam eher eine StĂ€rkung der Rechte der Frauen im Vergleich zur Antike. Ihre Interpretation der weiblichen Figurinen der Steinzeit als Pornomaterial fĂŒr MĂ€nner findet er nicht plausibel. Er sieht in der mĂ€nnlichen Erfindung der Ehe einerseits und dem mĂ€nnlichen Trieb, den Samen möglichst weit streuen zu wollen andererseits, einen Widerspruch, weshalb er fragt, ob das Incel-Problem wirklich auf Triebstau zurĂŒckzufĂŒhren sei, und nicht vielmehr, wie es die Patriarchatsforscherin Gabriele Uhlmann erklĂ€rt, auf Selbstwertprobleme, Anspruchshaltung und den Wunsch nach Zugehörigkeit. In Anlehnung daran kritisiert er, Stoverock wĂŒrde keine Belege dafĂŒr liefern, dass MĂ€nner vor der Emanzipation weniger gewalttĂ€tig gewesen seien und die Ehe die MĂ€nner friedlich gemacht hĂ€tte. Er greift auch Uhlmanns Hinweise auf, dass Stoverocks Ansicht, MĂ€nner wĂŒrden ohne Sex eher zu Gewalt und Vergewaltigung neigen, fragwĂŒrdig sei und dass in jungsteinzeitlichen Siedlungen wie Çatal HöyĂŒk auch nach Jahrtausenden der Sesshaftigkeit Gleichberechtigung geherrscht habe. Das Buch illustriere aber trotz aller SchwĂ€chen, dass Feministinnen Kultur und Biologie, Geistes- und Naturwissenschaften miteinander in Diskurs setzen sollten.cite-ref-11[11]

Ein Fall fĂŒr SkarabĂ€us Lampe

„Ein Fall fĂŒr SkarabĂ€us Lampe“ ist eine Krimi-Fantasy-Buchreihe, die seit 2022 beim Verlag Klett-Cotta erscheint. Die Serie spielt in der fiktiven Stadt Überstadt, einer anthropomorphen Tierwelt, in der Tiere wie Menschen leben, Kleidung tragen und komplexe soziale Strukturen bilden. Protagonist ist der Hase SkarabĂ€us Lampe, ein exzentrischer Detektiv und Hobby-Entomologe, der von seinem ehemaligen KindermĂ€dchen Helene Pick (ein Huhn) und dem Straßenkater Teddy unterstĂŒtzt wird. Die BĂŒcher verbinden klassische Krimi-Elemente wie „Whodunit“- und „Locked-Room“-Mysteries mit gesellschaftskritischen Themen wie Armut, Korruption und sozialer Ungleichheit.cite-ref-12[12]

Band 1: Das Strahlen des Herrn Helios (2022)

Im DebĂŒt der Reihe ermittelt SkarabĂ€us Lampe im Mordfall des Zirkusdirektors Helios, eines Löwen, der unter mysteriösen UmstĂ€nden getötet wurde. Die stĂ€dtische Polizei, dargestellt durch Hundewachen mit skurrilen Bananen als Waffen, beschuldigt voreilig den Gorilla Dante. Lampe deckt jedoch Fehler in den Ermittlungen auf und entlarvt ein Netz aus Motiven unter den Zirkusmitgliedern, darunter ein messerwerfendes Stachelschwein und ein tragischer Pfau. Parallel wird die Beziehung zu Teddy vertieft, den Lampe wie einen Sohn liebt, und die Welt Überstadts mit Steampunk-Elementen wie Röhrenpost und amphibischen Fischbewohnern eingefĂŒhrt.

Band 2: Tod im Museum (2023)

Der zweite Band thematisiert den plötzlichen Tod von SkarabĂ€us’ Vater, einem berĂŒhmten ArchĂ€ologen, und einen weiteren Mord wĂ€hrend der Trauerfeier im Museum. WĂ€hrend die Stadt von Arbeiterprotesten gegen soziale MissstĂ€nde erschĂŒttert wird, ermittelt Lampe in einem „Locked-Room“-Mystery unter acht VerdĂ€chtigen, darunter Wissenschaftler und Politiker. Die Handlung verbindet die AufklĂ€rung der Verbrechen mit einer Auseinandersetzung ĂŒber koloniale Ausbeutung und die VernachlĂ€ssigung armer Stadtviertel. Zudem werden Lampes traumatische Kindheit und das schwierige VerhĂ€ltnis zu seinem Vater beleuchtet, was der Figur psychologische Tiefe verleiht.cite-ref-13[13]

Serienmerkmale und Rezeption

Die Reihe besticht durch kreative Weltbuilding-Elemente wie technologische Anpassungen fĂŒr LandgĂ€nger-Fische oder „LiebeslĂ€use“ als Spionagewerkzeuge. Stoverock, die selbst Evolutionsbiologie studierte, integriert ökologische und gesellschaftspolitische Themen in die Handlung, etwa die Kritik an Machtstrukturen und Ausgrenzung. Lob erhalten die originellen Charaktere und der humorvolle Stil, wĂ€hrend Kritik sich auf teils vorhersehbare Plots oder ein langsameres ErzĂ€hltempo im zweiten Band bezieht.cite-ref-14[14]

Privates

Bis 2020 war sie mit dem Blogger Sascha Lobo verheiratet, sie trug wÀhrend der Ehe seinen Nachnamen.cite-ref-15[15]

Veröffentlichungen

‱ Verteilungsmuster pathogener Borrelien in ihren natĂŒrlichen Vektoren Ixodes ricinus in Norddeutschland: Nachweisverfahren auf PCR-Basis. Dissertation UniversitĂ€t Hannover 2005 (Digitalisat).
‱ Female Choice. Vom Anfang und Ende der mĂ€nnlichen Zivilisation. Tropen, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-608-50480-4.cite-ref-16[16]
‱ Das Strahlen des Herrn Helios. Klett-Cotta 2022, ISBN 978-3-608-98666-2
‱ Tod im Museum. Klett-Cotta 2023, ISBN 978-3-608-98706-5

Weblinks

‱ Website von Meike Stoverock
‱ Klett-Cotta – Meike Stoverock Biographie, BĂŒcher, Informationen. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2021.
‱ Podcast von MDR AKTUELL: Das große Ganze mit Meike Stoverock: Female Choice und das Ende der mĂ€nnlichen Dominanz
‱ Literatur von und ĂŒber Meike Stoverock im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Meike Stoverock. In: Open Library. 22. August 2023, abgerufen am 27. MĂ€rz 2025.
cite-note-0-22. ↑ Helena Raspe: Sexpuppen auf Rezept: Wie Meike Stoverock weibliche UnterdrĂŒckung erklĂ€rt. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 14. MĂ€rz 2021.
cite-note-dittrich-df-33. ↑ Monika Dittrich: Evolutionsbiologin: Viele MĂ€nner werden keine Sexualpartnerin mehr finden. 22. Februar 2021, abgerufen am 10. MĂ€rz 2021.
cite-note-b-ker-zeit-44. ↑ Meike Stoverock: „MĂ€nner mĂŒssen auch ohne sexuellen Erfolg respektabel werden“, Interviewerin: Carmen Böker, Zeit Online, 20. Februar 2021.
cite-note-pallinger-standard-55. ↑ Meike Stoverock: Biologin: "Viele MĂ€nner werden keine Partnerin mehr finden", Interviewer: Jakob Pallinger, derStandard.at, 5. MĂ€rz 2021.
cite-note-rabhansl-dfk-66. ↑ Meike Stoverock: Das Ende der mĂ€nnlichen Zivilisation, Interviewer: Christian Rabhansl, Deutschlandfunk Kultur, 6. MĂ€rz 2021.
cite-note-zessnik-taz-77. ↑ Meike Stoverock: Biologin ĂŒber Gendertheorie. „Zivilisation ist androzentrisch“, Interviewerin: Sophia Zessnik, taz.de, 14. MĂ€rz 2021.
cite-note-kunstmann-88. ↑ Meike Stoverock: Female Choice. Biologin verrĂ€t, warum Partnerwahl eigentlich Frauensache ist, Interviewerin: Antje Kunstmann, Brigitte 15/2021.
cite-note-99. ↑ Marlen Hobrack: Literatur - Wie Frauen Macht verloren. In: Der Freitag. Abgerufen am 21. Mai 2021.
cite-note-1010. ↑ Anselm Neft: Wie ist das Patriarchat entstanden? Sind Christentum, Ehe und Monogamie schuld? In: Berliner Zeitung. 5. Juli 2021, abgerufen am 13. Juli 2021.
cite-note-1111. ↑ Anselm Neft: Warum beherrschen MĂ€nner die Welt? In: Berliner Zeitung. 3. Juli 2021.
cite-note-1212. ↑ Literatur-Couch Medien GmbH & Co KG: Das Strahlen des Herrn Helios. Abgerufen am 27. MĂ€rz 2025.
cite-note-1313. ↑ Eva Bergschneider: Rezension - Meike Stoverock - Tod im Museum (Buch) - booknerds.de. In: booknerds.de - alle medien & genres. 11. Oktober 2023, abgerufen am 27. MĂ€rz 2025.
cite-note-1414. ↑ Reading is my Way to dream | Viktoria: Rezension zu Das Strahlen des Herrn Helios – Ein Fall fĂŒr SkarabĂ€us Lampe von Meike Stoverock. In: Reading is my Way to dream. 12. September 2022, abgerufen am 27. MĂ€rz 2025 (deutsch).
cite-note-1515. ↑ Mit seiner Frau wandert Lobo durch Brandenburg. In: Der Tagesspiegel. 15. Mai 2017, abgerufen am 11. MĂ€rz 2021.
cite-note-1616. ↑ FeuilletonbeitrĂ€ge dazu: deutschlandfunkkultur; wdr; Der Standard; Die Zeit; NZZ.